neugierig geworden ???

Hier ein paar Zeilen aus meinem Büchlein

Viel Spaß..........


leidenschaftlich...

 

doch in der Nacht,  wenn sie dann ganz alleine waren, war er ein Anderer. Lilly musste fest ihre Augen zuhalten und er überraschte sie mit einem Meer von tausend Kerzen. Natürlich hatte sie ein wenig durch ihre kleinen zarten Drachenhände geblinzelt und konnte es kaum erwarten bis alle brannten, was für einen versierten Feuerspucker wie Fridolin eine Sache von wenigen Sekunden war. Galant servierte er seinen rassigen, tiefroten Drachenburgunder, einen anmutenden, sehr edlen Tropfen, der am Fuße seines Drachenfelsens reifte. Eng umschlungen tanzen die Beiden auf leisen Sohlen zu einem samtigen Drachenblues. Sie bewegten sich verzückt im Rhythmus der Musik und verwandelten die weiß getünchten Höhlenwände in eine fantastische Welt aus Licht und Schatten. Nur der verschwiegene Mond blickte gerührt durch das Höhlenfenster und begleitete die Zwei auf einer zauberhaften Reise durch eine Welt aus Liebe und Leidenschaft. Pfefferkörnchen, wie sie ihn liebevoll nannte, hatte wirklich alles, was einen echten Drachenmann so ausmachte, denn er war im  wahrsten Sinne des Wortes war er ein feuriger Liebhaber, und allein wenn er Lilly mit seinen liebevollen Händchen berührte, schmolz sie dahin wie damals die mächtigen Gletscher am Ende der Eiszeit.

 

 

es gibt auch Pannen...

 

Eines Tages machte sich Fridolin auf den weiten Weg zur großen Konferenz des Drachenrates nach Dragotonien, denn

dort erwarteten ihn spannende Vorträge von hochkarätigen Dozenten aus aller Welt. Es ging, wie zu erwarten war, um die Bedrohung durch die Macht des Bösen. Er selbst war etwas nervös, denn er hatte die ehrenvolle Aufgabe über seine Arbeit als Hüter des „Buches der Liebe“ zu referieren. Auf der einen Seite erfüllte es ihn mit Stolz, anderseits liefen ihm alleine bei dem Gedanken vor so vielen Persönlichkeiten zu sprechen, die kalten Schweißperlen über sämtliche Flossen.  

Schon die Reise an sich war schweißtreibend.

Während er früher selbstverständlich geflogen war, lastete sein stattliches Gewicht nun auf seinen kleinen krummen Watschelfüßen, denn der mächtige Drachenbierbauch ließ einfach keine Langstreckenflüge mehr zu. Aufgrund mangelnder Kondition und infolge einer selbstherrlichen Überschätzung seiner verbliebenen Fähigkeiten, musste er beim letzten Langstreckenflug eine außerplanmäßige Landung einleiten. Um den zu erwartenden Schaden zu begrenzen, entschied er sich für eine Punktlandung auf einem erbärmlich stinkenden Misthaufen.

Nein, nicht  dass er sich dabei verletzt hätte, doch das Titelfoto in der „Drachenbild“ verlieh im einen eher zweifelhaften Ruhm. Beschämt dachte er: „Zur Drachenhölle mit diesen übereifrigen Paparazzi,  die mit ihren blitzenden schwarzem Kisten nur darauf gewartet haben, mich zu demütigen.“ Konsequenterweise wurde ihm vom Luftsportdrachenverband die Langstreckenfluglizenz entzogen, war das Risiko doch einfach zu groß, denn er war sozusagen eine fliegende Zeitbombe.


Lilly und ihre wilde Freundin Jurassica...


War es nur Neugierde,  oder gar der Frust einer Drachenfrau in den besten Jahren?  Jurassica, ihre flippige Freundin, kannte sich da sehr gut aus. Im Gegensatz zu Lilly jagte sie von einem Höhepunkt zum anderen. Kurz gesagt, sie war wild und unersättlich!  So gerne Lilly sie auch mochte, in ihren Augen, schminkte sie sich zu aufdringlich und zeigte eindeutig zu viel nackte Haut. Darüber hinaus lief sie herum wie eine wandelnde Schmuckmesse auf rasierten Stelzen.

Als Lilly ihr die Geschichte mit dem Strohdrachenmann beichtete, huschte nur ein müdes Lächeln über ihre rotlackierten Lippen: „Hey Baby, wie kann man sich so was ins Bett holen? Stell dir vor der Typ fängt vor Leidenschaft an zu brennen. Hey, voll gefährlich so was,“ spottete sie vor sich hin und Lilly schämte sich für ihre Naivität in Grund und Boden.      

In vollen Zügen genoss Jurassica ihr ausschweifendes Leben als Drachensingle und schwärmte bei jeder Gelegenheit davon, dass sie dort beim Liebesfelsen aufregende Typen kennengelernt hatte. Ihre Schilderungen waren dabei immer sehr detailliert. Offensichtlich hatte Jurassica nicht die geringsten Hemmungen und hüpfte ungeniert von Bett zu Bett. „Es musste dort fantastische Liebhaber geben,“ stellte sich Lilly vor und bemerkte, dass allein schon der Gedanke heftige Hitzewallungen verursachte. Anderseits gab es wohl auch diese gestylten Angeber- Drachen, die mit der Länge ihres Drachenschwanzes prahlten, doch in diesem Punkt waren sich die Freundinnen nicht einig. „Als ob es darauf alleine ankäme,“ widersprach sie Jurassica.

 

 

eine wahrhaft bitterböse Tat...

 

Ein hämisches Grinsen huschte über sein hässliches Gesicht und vor Erregung sabberte er dabei auf die Fensterbank. Zu früh gefreut, denn schon wieder kam ihm die aufdringliche Liebe bedrohlich nah und versuchte seine finsteren Pläne zu durchkreuzen. Dieses Mal war es eine liebevolle Stimme die ihn wie ein Blitz traf: „ Die Bösen von heute werden die Lieben von morgen sein, mein lieber Brutalus und du wirst es bald erleben.“ „Was für ein dummes Liebesgeschwätz,“ zischte er leiste.

Dann fuchtelte er wild mit seiner Armbrust umher, bereit die Liebe für immer zum Schweigen zu bringen, doch wo er auch seine tödliche Waffe hinrichtete, die Liebe war überall und nirgends zugleich. Irritiert und verunsichert nahm er nun wieder den Drachen in sein Visier. Ein letztes Mal schickte die Liebe wohlige Wärme und Blütenduft. Zu spät!

Lautlos löste sich der Todesbote und erreichte peitschend sein argloses Opfer.


sehr sehr mutig...


Pfefferkorn verweilte zu dieser Zeit noch immer völlig ahnungslos im fernen  Dragotonien. Gestärkt durch die verordnete Drachendiät und sportlich ertüchtigt stand er voller Erwartung mit weichen Knien auf einem mächtigen Felsvorsprung. Seine Nervosität war nicht ganz unberechtigt, denn am Ende der Startbahn lag eine tausend Meter tiefe Schlucht. Um den lebenswichtigen Auftrieb zu erlangen, hatte er seine mächtigen Flügel straff angespannt und gegen den warmen Sommerwind  gerichtet. Sein starrer Blick richtete sich nun auf den Kontrollturm, denn dort saß ein uniformierter Lotsendrache,  der den angrenzenden Luftraum mit strengem Blick überwachte. Am Horizont tauchte plötzlich ein dunkler Schatten auf und mit Schrecken musste er feststellen, dass der Schatten immer größer wurde und direkt auf ihn zusteuerte.„Zur Drachenhölle“, hörte er sich fluchen. „Das ist ja tatsächlich einer dieser aufgeblasenen Drago-Liner. Ein wahres Luftmonster mit Tragflächen so groß wie meine Drachenhöhle.“ Noch bevor er sich ducken konnte, wurde er von einem gewaltigen Sog mitgerissen. Taumelnd stürzte er zu Boden und nahm, umhüllt von einer Staubwolke, nur noch das ohrenbetäubende Quietschen der Fußbremsen wahr. Sichtlich angesäuert richtet er sich langsam auf und nahm schwankend wieder seine Startposition ein.  „Diese arroganten rücksichtslosen Großraumblindflieger, eine Schande für den Luftverkehr,“  fluchte er laut und schickte zur Verdeutlichung seiner Worte sogleich einen mächtigen Feuerstrahl hinterher.

 

Endlich kam nun die ersehnte Startfreigabe. Der Fluglotsendrache spuckte grünes Startfeuer, Pfefferkorn brachte sich mit

angespannten Muskeln in Starthaltung und galoppierte mit lautem Gebrüll über die Startbahn. Noch hundert Meter bis zur 

Felsenkante, noch fünfzig Meter….Jetzt legte er noch einen gehörigen Drachenzahn zu und stellte seine Flügel steiler in den Wind, 

doch im ungleichen Kampf gegen die Gesetze der Erdanziehung spürte er noch immer festen Boden unter seinen Füßen. Seine

Muskeln schmerzten unerträglich,  aber an einen Abbruch war nun nicht mehr zu denken. Wild schnaubend, den Tod im Auge,stürzte

er sich mit weit ausgebreiteten Flügeln hinunter in die tiefe Schlucht.

 

in der Welt der bösen Kobolde wird Liebe ganz anders verstanden...

 

Brutalus war inzwischen in das Reich des Bösen heimgekehrt und wurde dort zur Begrüßung mit den übelsten Worten beschimpft. Von diesem Tag hatte er schon viele Nächte schlecht geträumt und nun war sein schlimmster Albtraum endlich in Erfüllung gegangen. Die Ernennung zum „Bösen des Jahres.“ Zu seiner Rechten saß seine Gemahlin Rabiata. Zur Feier des Tages hatte sie sich besonders hässlich gemacht. Ihr zerlumptes Kleid hatte viele Löcher, denn nur so kamen ihre behaarten Beine richtig gut zur Geltung. Ihre verfilzten Locken umrahmten ihr verbittertes Hexengesicht. Brutalus war zufrieden und würdigte sie mit einem extrem finsteren Blick.

Gerne dachte er an vergangene bitterböse Zeiten. Gemeinsam durften sie auf viele stockfinstere Jahre zurückblicken. Ihre unendliche Gier nach schlechtem Sex, die bösen Spiele, die sich ausdachte und ihn damit überraschte;  schon allein der Gedanke daran machte ihn wild, wie einen bengalischen Tiger. Ohne Zweifel, früher war sie genau die Richtige für einen Bösen wie ihn, doch in letzter Zeit hatte sie äußerst merkwürdige Anwandlungen, die ihn mehr als verunsicherten. Versagte er, so bestrafte sie ihn mit Streicheleinheiten. Er musste sich nackt auf eine flauschige und gut riechende Decke legen. Dann streichelte sie ihn mit einer Hühnerfeder am ganzen Körper und sang dazu Liebeslieder. Solche Liebesattacken waren für ihn die Höchststrafe. Beim letzten Mal wollte sie ihn dann noch mit geputzten Zähnen küssen, doch das ging entschieden zu weit und so rettete er sich durch einen gewagten Sprung durch das Fenster in ein Rosenbeet. Im Moment war ihre Beziehung auf dem Tiefpunkt angelangt. Nein, an Trennung hatten die beiden bisher jedoch nie gedacht, dafür tausendmal an Mord.